Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang spüren: Irgendetwas stimmt nicht – aber ich weiß nicht, was.
Vielleicht kennst du das:
Viele versuchen dann, an der Oberfläche anzusetzen:
Aber was, wenn die Prägung dazu viel früher liegt? Noch bevor dein Leben richtig begonnen hat?
Willkommen in einem der stillsten und gleichzeitig tiefsten Bereiche systemischer Arbeit: dem Phänomen des verlorenen Zwillings.

Ein verlorener Zwilling ist kein seltenes Phänomen. In vielen systemischen Aufstellungen zeigt sich ein Geschwister, das im Mutterleib mit dir da war – und gegangen ist, bevor jemand davon wusste.
Oft gibt es äußerlich nur einen kleinen Hinweis:
Für das System – und für dich als Baby – ist das jedoch nicht „erledigt“. Für eine kurze Zeit wart ihr zu zweit. Ihr wart gemeinsam da. Ihr habt einander wahrgenommen – körperlich, energetisch, auf der innigsten, vorsprachlichen Ebene. Ihr habt euren Herzschlag wahrgenommen: Und dann ist dieser
Herzschlag plötzlich weg – es ist still – leer – du bist allein.
Wenn dieses Geschwisterchen geht, bleibt etwas zurück:
Diese frühen Spuren können sich Jahrzehnte später zeigen – als Erschöpfung, Schuld, Rastlosigkeit, unerklärliche Sehnsucht oder Ängste, die sich rational nicht erklären lassen. Der Verstand weiß von nichts.
Aber der Körper erinnert sich.
„Dieses diffuse Gefühl von Alleinsein kann eine leise Erinnerung sein –
an die Zeit, in der du nicht allein warst.“
Sabine, 35 Jahre alt, Hebamme, kam zu einer Aufstellung mit dem Thema:
„Ich arbeite mich noch zu Tode.“
Immer da. Immer am Funktionieren. Immer für alle zuständig. Erschöpft und überlastet.
In der Aufstellung sagten die Stellvertreter*innen: „Da fehlt jemand.“ Ich fragte Mann, oder Frau? Eine Frau - wir stellten sie dazu. Sabines Stellvertreterin umarmte diese Frau sofort – ganz innig und lies sie so schnell nicht mehr los. Das ist ein typisches Bild, eine typische Aktion, die wir im Zusammenhang mit einem verlorenen Zwilling sehen.
Sabine selbst war überwältigt. Tränen liefen über ihr Gesicht. Ein Erkennen, das tiefer ging als Worte. Als sie nach Hause ging und ihre Mutter fragte, kam die Bestätigung:
„Ja“, sagte die Mutter, „ich hatte eine Blutung. Da ist auch etwas abgegangen, das dein Papa
weggebracht hat.“ Der Vater ergänzte: „Ja, da war ein kleiner Körper zu sehen.“
Der Vater hatte nichts der Mutter erzählt, weil beim anschließenden Arztbesuch Herztöne festgestellt wurden und die Schwangerschaft ab diesem Zeitpunkt ganz normal verlief.
Dieser Moment veränderte alles für Sabine.
Sie musste nicht mehr für zwei arbeiten. Sie plante mehr Pausen ein. Sie konnte mehr genießen und sich auch an kleinen Dingen freuen. Sie brauchte nicht mehr das Leben eines anderen mittragen.
Sie fühlte sich nicht mehr verlassen und schuldig. Sie konnte endlich durchatmen.
Nicht jede*r mit einem verlorenen Zwilling erlebt das gleich. Aber es gibt Muster, die wir in der Arbeit immer wieder sehen. Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten:
1. Innere Unruhe - ständiges Suchen
2. Schwierigkeiten mit dem eigenen Platz
3. Emotionale Muster
4. Beziehungsmuster
5. Selbstsabotage & Erfolg
6. Unerklärliche Traurigkeit
7. Körperliche Hinweise
Keines dieser Zeichen ist allein ein Beweis für einen verlorenen Zwilling. Aber die Häufung – besonders in Verbindung mit frühen Verlusten in der Familie – ist ein deutlicher Hinweis, bei dem sich ein genaueres Hinschauen lohnen kann.
Systemisch gilt:
Was zum System gehört, will gesehen und geehrt werden.
Ein verlorener Zwilling lässt sich nicht „wegtherapieren“ oder „vergessen“.
Es geht nicht darum, die Erfahrung zu löschen.
Es geht darum, sie in Liebe zu integrieren.
In Sabines Fall war der heilsame Schritt überraschend einfach:
Ich habe Sabine ein schlichtes, aber tiefwirkendes Ritual empfohlen:
Sie gab ihrer verlorenen Schwester einen Namen – Maria – und schrieb ihr ein Jahr lang regelmäßig in einem Tagebuch: Briefe an Maria von ihrem Alltag, von Freuden und Herausforderungen, von Erfolgen und Zweifeln, einfach alles was man so mit einer geliebten Schwester austauscht. So wurde aus einem diffusen, namenlosen Schmerz eine ehrliche, liebevolle Beziehung – auf einer inneren Ebene.
Einige Wochen später schrieb Sabine mir:
„Jetzt bin ich bei mir angekommen. So ruhig und gelassen war ich noch nie in meinem Leben.“
Wenn wir den verlorenen Zwilling anerkennen, geschieht oft etwas Erstaunliches:
Genau darum geht es: deinen Platz im Leben einnehmen.

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Betrifft mich das auch?“
Folgende Hinweise können dir Orientierung geben:
Wenn du dich in mehreren Punkten wiederfindest, kann das ein liebevoller Hinweis sein:
Hier wartet etwas darauf, gesehen zu werden.
In einer systemischen Aufstellung wird sichtbar, was der Verstand oft nicht greifen kann.
Der Körper, das innere Erleben, das Familiensystem – sie sprechen eine ganz eigene Sprache.
In einer Aufstellung kann sich innerhalb von Minuten zeigen:
Und vor allem:
Es kann ein Raum entstehen, indem du deinen eigenen Platz einnehmen darfst – in Liebe mit deinem verlorenen Zwilling verbunden, aber nicht mehr verstrickt.
„Wenn du deinen verlorenen Zwilling in deinem Herzen anerkennst,
muss dein System nicht länger im Unsichtbaren kämpfen.“
Wenn du beim Lesen gespürt hast: „Da könnte etwas dran sein … das berührt mich.“ dann nimm dieses leise innere Signal ernst. Du musst da nicht allein durch. Denn genau dafür gibt es die systemische Aufstellungsarbeit.
In meinen Aufstellungen schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem du in deinem Tempo hinschauen, spüren und neu sortieren kannst – damit du in deinem Leben ankommst, ganz.
Dann ist es Zeit, jetzt deinen Platz einzunehmen.
Ganz. Verbunden. Da.
Wenn du magst, melde dich gerne bei mir für eine Einzel- oder Gruppenaufstellung – und wir schauen gemeinsam, was in deinem System gesehen werden möchte.
PS: Im Internet gibt es viele seriöse medizinische Artikel rund um das Thema:
„Vanishing Twin Syndrome“
Wörtlich übersetzt heißt das: „Syndrom des verschwindenden Zwillings“
In der Medizin gibt es den „verlorenen Zwilling“
1940er – erste Vermutungen
1970er/80er – Der Ultraschall revolutioniert das Wissen
→ zunächst zwei (oder mehr) Fruchtsäcke
→ später nur noch ein Embryo / ein Kind.
Das machte das Phänomen als eigenständiges Muster sichtbar.
https://www.mdpi.com/2227-9032/13/16/2048
In den 1980ern wurde der Begriff „vanishing twin“ / „vanishing twin syndrome“ in Fachartikeln eingeführt (z. B. Landy & Keith 1982).
➡️ Möchtest du erfahren, wie das für dich aussieht?

Hallo,
ich bin Christine,
ich bin systemische Coach aus Überzeugung und Leidenschaft. Meine Vision:
Ich helfe anderen Menschen dabei, sich von allem frei zu machen, was Sie daran hindert, die eigene Brillianz zu leben.
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