Verlorener Zwilling

Nicht mehr für zwei leben – wie die Anerkennung eines

verlorenen Zwillings dein Leben erleichtern kann

Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang spüren: Irgendetwas stimmt nicht – aber ich weiß nicht, was.


Vielleicht kennst du das:

  • Du fühlst dich oft verantwortlich für alles und alle.
  • Du funktionierst, auch wenn du innerlich müde bist.
  • Du suchst „das Richtige“ – einen Ort, einen Menschen, einen Beruf – und doch fühlst du dich nie ganz angekommen.


Viele versuchen dann, an der Oberfläche anzusetzen:

  • „Ich muss nur besser Grenzen setzen.“
  • „Ich sollte endlich lernen, Nein zu sagen.“


Aber was, wenn die Prägung dazu viel früher liegt? Noch bevor dein Leben richtig begonnen hat?

Willkommen in einem der stillsten und gleichzeitig tiefsten Bereiche systemischer Arbeit: dem Phänomen des verlorenen Zwillings.

In diesem Beitrag erfährst Du..

  1. Was ist ein „verlorener Zwilling“?
  2. Beispiel aus meinen 28 Jahren Aufstellungsarbeit ist – „Sabines Geschichte“
  3. Wie ein verlorener Zwilling sich im Leben zeigen kann
  4. Was der Wendepunkt sein kann: Anerkennen statt wegschieben
  5. Was sich verändert, wenn du einen verlorenen Zwilling bewusst wahrnimmst
  6. Wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen
  7. Wie systemische Aufstellungen dich unterstützen können
  8. Fazit

Was ist ein verlorener Zwilling?

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Ein verlorener Zwilling ist kein seltenes Phänomen. In vielen systemischen Aufstellungen zeigt sich ein Geschwister, das im Mutterleib mit dir da war – und gegangen ist, bevor jemand davon wusste.

Oft gibt es äußerlich nur einen kleinen Hinweis:


  • eine Blutung in den ersten Wochen der Schwangerschaft
  • ein vager Verdacht
  • vielleicht ein Satz wie: „Da war wohl noch etwas, aber es hat sich von allein erledigt.“


Für das System – und für dich als Baby – ist das jedoch nicht „erledigt“. Für eine kurze Zeit wart ihr zu zweit. Ihr wart gemeinsam da. Ihr habt einander wahrgenommen – körperlich, energetisch, auf der innigsten, vorsprachlichen Ebene. Ihr habt euren Herzschlag wahrgenommen: Und dann ist dieser

Herzschlag plötzlich weg – es ist still – leer – du bist allein.


Wenn dieses Geschwisterchen geht, bleibt etwas zurück:


  • ein körperlich gespeichertes Erinnern
  • eine nicht verstandene Trauer
  • ein diffuses Gefühl von: „Hier fehlt jemand.“


Diese frühen Spuren können sich Jahrzehnte später zeigen – als Erschöpfung, Schuld, Rastlosigkeit, unerklärliche Sehnsucht oder Ängste, die sich rational nicht erklären lassen. Der Verstand weiß von nichts.

Aber der Körper erinnert sich.

„Dieses diffuse Gefühl von Alleinsein kann eine leise Erinnerung sein –

an die Zeit, in der du nicht allein warst.“


Das eindeutigste Beispiel aus meinen 28 Jahren Aufstellungsarbeit ist „Sabines Geschichte“

Sabine, 35 Jahre alt, Hebamme, kam zu einer Aufstellung mit dem Thema:

„Ich arbeite mich noch zu Tode.“

Immer da. Immer am Funktionieren. Immer für alle zuständig. Erschöpft und überlastet.


In der Aufstellung sagten die Stellvertreter*innen: „Da fehlt jemand.“ Ich fragte Mann, oder Frau? Eine Frau - wir stellten sie dazu. Sabines Stellvertreterin umarmte diese Frau sofort – ganz innig und lies sie so schnell nicht mehr los. Das ist ein typisches Bild, eine typische Aktion, die wir im Zusammenhang mit einem verlorenen Zwilling sehen.


Sabine selbst war überwältigt. Tränen liefen über ihr Gesicht. Ein Erkennen, das tiefer ging als Worte. Als sie nach Hause ging und ihre Mutter fragte, kam die Bestätigung:

„Ja“, sagte die Mutter, „ich hatte eine Blutung. Da ist auch etwas abgegangen, das dein Papa

weggebracht hat.“ Der Vater ergänzte: „Ja, da war ein kleiner Körper zu sehen.“


Der Vater hatte nichts der Mutter erzählt, weil beim anschließenden Arztbesuch Herztöne festgestellt wurden und die Schwangerschaft ab diesem Zeitpunkt ganz normal verlief.


Dieser Moment veränderte alles für Sabine.

Sie musste nicht mehr für zwei arbeiten. Sie plante mehr Pausen ein. Sie konnte mehr genießen und sich auch an kleinen Dingen freuen. Sie brauchte nicht mehr das Leben eines anderen mittragen.

Sie fühlte sich nicht mehr verlassen und schuldig. Sie konnte endlich durchatmen.


Wie ein verlorener Zwilling sich im Leben zeigen kann

Nicht jede*r mit einem verlorenen Zwilling erlebt das gleich. Aber es gibt Muster, die wir in der Arbeit immer wieder sehen. Vielleicht erkennst du dich in einigen Punkten:


1. Innere Unruhe - ständiges Suchen

  • Du kommst schwer zur Ruhe, selbst wenn eigentlich alles „okay“ ist.
  • Du hast das Gefühl, immer noch mehr tun zu müssen.
  • Du schmeißt Dinge, die gestern noch gepasst haben, heute wieder um.
  • Du bist innerlich oder äußerlich ständig „auf der Suche“.
  • Irgendetwas in dir fühlt sich nicht vollständig angekommen an.


2. Schwierigkeiten mit dem eigenen Platz

  • Du hast keinen klaren inneren Platz im Leben.
  • Du fühlst dich oft „nicht richtig dazugehörig“.
  • Du stellst extrem hohe Erwartungen an dich – und erreichst sie selten.
  • Egal, wie viel du leistest: Es fühlt sich nie wirklich genug an.


3. Emotionale Muster

  • Tiefe Verlustängste – oft ohne konkreten Anlass.
  • Ein stilles Schuldgefühl: „Ich bin nicht richtig / nicht gut genug.“
  • Schwierigkeiten, dich abzugrenzen, weil du niemanden enttäuschen willst.


4. Beziehungsmuster

  • Große Sehnsucht nach Nähe – und gleichzeitig Angst, sie wieder zu verlieren.
  • On-Off-Beziehungen, emotionale Achterbahn, Bindung und Rückzug im Wechsel.
  • Das Gefühl, in Beziehungen „zu viel“ zu sein oder „zu wenig“.


5. Selbstsabotage & Erfolg

  • Du sabotierst deinen Erfolg, kurz bevor es richtig gut werden könnte.
  • Du bleibst unter deinen Möglichkeiten – als wäre da eine unsichtbare Bremse.
  • Geldfluss, Sichtbarkeit, berufliche Erfüllung kommen nicht in Gang.
  • Innerlich klingt ein Satz: „Ich habe es nicht verdient.“


6. Unerklärliche Traurigkeit

  • Du fühlst ein leises, tiefliegendes „Loch“ in dir.
  • Melancholie oder Traurigkeit begleiten dich – ohne klaren Grund.
  • Nichts im Außen scheint diese Leere wirklich füllen zu können.


7. Körperliche Hinweise

  • Atem- oder Schluckhemmungen
  • Körperliche Spannungen ohne klare medizinische Ursache
  • Suchttendenzen (Arbeit, Essen, Medien …) als Versuch, einen inneren Mangel zu kompensieren


Keines dieser Zeichen ist allein ein Beweis für einen verlorenen Zwilling. Aber die Häufung – besonders in Verbindung mit frühen Verlusten in der Familie – ist ein deutlicher Hinweis, bei dem sich ein genaueres Hinschauen lohnen kann.


Der Wendepunkt: Anerkennen statt wegschieben

Systemisch gilt:

Was zum System gehört, will gesehen und geehrt werden.

Ein verlorener Zwilling lässt sich nicht „wegtherapieren“ oder „vergessen“.

Es geht nicht darum, die Erfahrung zu löschen.

Es geht darum, sie in Liebe zu integrieren.


In Sabines Fall war der heilsame Schritt überraschend einfach:

  • den verlorenen Zwilling innerlich anerkennen
  • ihm einen Platz geben
  • die Verbindung würdigen – ohne im Schmerz stecken zu bleiben


Ich habe Sabine ein schlichtes, aber tiefwirkendes Ritual empfohlen:

Sie gab ihrer verlorenen Schwester einen Namen – Maria – und schrieb ihr ein Jahr lang regelmäßig in einem Tagebuch: Briefe an Maria von ihrem Alltag, von Freuden und Herausforderungen, von Erfolgen und Zweifeln, einfach alles was man so mit einer geliebten Schwester austauscht. So wurde aus einem diffusen, namenlosen Schmerz eine ehrliche, liebevolle Beziehung – auf einer inneren Ebene.


Einige Wochen später schrieb Sabine mir:

„Jetzt bin ich bei mir angekommen. So ruhig und gelassen war ich noch nie in meinem Leben.“


🟦 Was sich verändert, wenn du einen verlorenen Zwilling bewusst wahrnimmst

Wenn wir den verlorenen Zwilling anerkennen, geschieht oft etwas Erstaunliches:


  • Innere Ruhe wird spürbar – da, wo vorher Unruhe war.
  • Du fühlst mehr Boden unter den Füßen.
  • Grenzen setzen fällt leichter, weil du nicht mehr für zwei denkst, handelst, entscheidest.
  • Der innere Druck lässt nach – du darfst Mensch sein, Schwächen zeigen, statt Dauer- Performer*in sein.
  • Erfolg und Fülle werden greifbarer, weil du dich nicht mehr unbewusst selber stoppst.
  • Beziehungen werden stabiler, weil der alte Verlust sich weniger in aktuelle Verbindungen hineinmischt.
  • Ein tiefes Gefühl entsteht: „Jetzt bin ich ganz da, angekommen in meinem eigenen Leben.“


Genau darum geht es: deinen Platz im Leben einnehmen.

  • Nicht als Ersatz.
  • Nicht in einer Doppelrolle.
  • Sondern als die oder der, die*der du wirklich bist.


🟦 Wann es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen?

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Vielleicht fragst du dich jetzt: „Betrifft mich das auch?“


Folgende Hinweise können dir Orientierung geben:


  • Du fühlst dich oft erschöpft – obwohl du viel leistest und es „eigentlich“ keinen Grund dafür gibt.
  • Du hast das Gefühl, nicht ganz da zu sein, als würde ein Teil von dir fehlen.
  • Du trägst Verantwortung für andere, die dir gar nicht wirklich gehört.
  • Du sabotierst deinen Erfolg oder vergleichst dich ständig – und kommst dadurch nie richtig in deine eigene Größe.
  • In deiner Familie gab es frühe Verluste, Fehlgeburten, Blutungen, Mehrlingsschwangerschaften oder Zwillinge.
  • Du spürst eine unerklärliche Sehnsucht oder Leere, die du mit nichts so richtig füllen kannst.


Wenn du dich in mehreren Punkten wiederfindest, kann das ein liebevoller Hinweis sein:

Hier wartet etwas darauf, gesehen zu werden.


🟦 Wie systemische Aufstellungen dich unterstützen können

In einer systemischen Aufstellung wird sichtbar, was der Verstand oft nicht greifen kann.

Der Körper, das innere Erleben, das Familiensystem – sie sprechen eine ganz eigene Sprache.


In einer Aufstellung kann sich innerhalb von Minuten zeigen:

  • ob da jemand fehlt
  • welche Rolle du (unbewusst) übernommen hast
  • wo du heute noch für jemand anderen lebst


Und vor allem:

Es kann ein Raum entstehen, indem du deinen eigenen Platz einnehmen darfst – in Liebe mit deinem verlorenen Zwilling verbunden, aber nicht mehr verstrickt.

„Wenn du deinen verlorenen Zwilling in deinem Herzen anerkennst,

muss dein System nicht länger im Unsichtbaren kämpfen.“

🌟 Fazit: Möchtest Du Deinen Platz im Leben einnehmen

Wenn du beim Lesen gespürt hast: „Da könnte etwas dran sein … das berührt mich.“ dann nimm dieses leise innere Signal ernst. Du musst da nicht allein durch. Denn genau dafür gibt es die systemische Aufstellungsarbeit.


In meinen Aufstellungen schaffen wir einen geschützten Rahmen, in dem du in deinem Tempo hinschauen, spüren und neu sortieren kannst – damit du in deinem Leben ankommst, ganz.


Dann ist es Zeit, jetzt deinen Platz einzunehmen.

Ganz. Verbunden. Da.

Wenn du magst, melde dich gerne bei mir für eine Einzel- oder Gruppenaufstellung – und wir schauen gemeinsam, was in deinem System gesehen werden möchte.


PS: Im Internet gibt es viele seriöse medizinische Artikel rund um das Thema:

„Vanishing Twin Syndrome“


Wörtlich übersetzt heißt das: „Syndrom des verschwindenden Zwillings“

In der Medizin gibt es den „verlorenen Zwilling“


1940er – erste Vermutungen

  • Der deutsche Gynäkologe Walter Stoeckel beschrieb um 1945, dass es mehr Mehrlings- schwangerschaften geben müsse, als bei der Geburt sichtbar sind: die Rate der Mehrlings-Konzeptionen sei höher als die Mehrlings-Geburtsrate. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK563220/


1970er/80er – Der Ultraschall revolutioniert das Wissen

  • Erst mit der breiten Nutzung von Ultraschall in der frühen Schwangerschaft (ab 1970er/80er) konnte man sehen:

→ zunächst zwei (oder mehr) Fruchtsäcke

→ später nur noch ein Embryo / ein Kind.

Das machte das Phänomen als eigenständiges Muster sichtbar.

https://www.mdpi.com/2227-9032/13/16/2048


In den 1980ern wurde der Begriff „vanishing twin“ / „vanishing twin syndrome“ in Fachartikeln eingeführt (z. B. Landy & Keith 1982).


➡️ Möchtest du erfahren, wie das für dich aussieht?


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Hallo,

ich bin Christine,

ich bin systemische Coach aus Überzeugung und Leidenschaft. Meine Vision:

Ich helfe anderen Menschen dabei, sich von allem frei zu machen, was Sie daran hindert, die eigene Brillianz zu leben.


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